Lead User Methode

2021-01-03 23:25

Nebenbei erwähnt im Firmenfunk-Podcast in einer äußerst interessanten Episode zu lernOS beschreibt dieser Begriff eigentlich eine Methode um Produktentwicklung zu betreiben. Die Interessen und Bedürfnisse der Lead-User (Trend-Setter) werden erhoben und daraus dann Produkte allgemeinen Interesses entwickelt.

Für mich ist dieser Begriff interessant, weil er ein Werkzeug beschreibt, das ich seit dem Studium verwende, indem ich bestimmte Prozesse, Tools oder auch nur Begrifflichkeiten aus einem Bereich, in dem sie wohlbekannt sind, in einen anderen Bereich überführe, in dem sie noch nicht hergenommen werden aber kritische Probleme elegant und nachhaltig lösen.

Whataboutism

2021-01-02 22:57

Argumentationstechnik um Argumente zu entkräften indem relativierende Vergleiche gebracht werden und so vom Thema abgelenkt wird. Drübergestolpert aufgrund einer Twitter-Perle.

Zeitenwechsel

2021-01-01 23:26

Neues Jahr, neues Glück?! Der Übergang in ein neues Jahr ist ein schöner künstlicher Zeitenwechsel. Finanztechnisch wird er als Abgrenzung eines Jahreszyklus verwendet. Im geschäftlichen und privaten Umfeld eignen sich die Rauhnächte wunderbar für eine Entschlackung und überhaupt kann er ganz bedeutungsschwanger gefeiert werden, weil er einfach existiert.

Interessanter sind dann die natürlichen Zeitenwechsel: Wintereinbruch, Geburt eines Kindes, Tod eines lieben Menschen. Oder jene, die ganz markant ein vorher und nachher markieren. Nicht immer kann es auf die Sekunde genau abgegrenzt werden, manche Verläufe ziehen sich sogar über eine Generation hinweg und im Nachhinein wird dann ein bestimmter Zeitpunkt als Grenzpunkt identifiziert. Das Thema des letzten Jahres war eindeutig Corona. Und es hat laut Twitter-Bubble auch das gesamte Jahr gefüllt, da erste News dazu schon Ende 2019 umhergingen.

Schnee

2020-12-31 23:10

Heute durch den Schnee gewandert ist mir aufgefallen, dass allein im näheren Umkreis mehrere verschiedene Formen/Zustände von Schnee anzutreffen sind und mir ist eine Trivialität eingefallen, die ich mal aufgeschnappt habe: “Die Eskimo haben 100 verschiedene Begriffe für Schnee.” Für mich habe ich dabei abgeleitet, dass das doch logisch ist, wo Schnee für sie doch den Lebensalltag ausfüllt und damit auch sehr differenziert darüber gesprochen wird. Den Flachlandtiroler interessiert es wenig, ob jetzt Pulver, Nassschnee oder Reif die Schneedecke bildet. Es ist weiß und rutschiger als sonst.

In der Recherche bin ich drüber gestolpert, dass dass die Saga die ich mich glaubte zu erinnern, doch nicht so ganz der Wahrheit entspricht und es vielmehr ursprünglich darum ging, dass der Eskimo den Überbegriff Schnee (snow) als solchen nicht kennt und er aus 4 Grundbegriffen dafür schöpft: „Schnee am Boden“, „fallender Schnee“, „driftender Schnee“ und „Schneewehe“.

2 Erkenntnisse daraus:

  1. Populäre einleuchtende Theorien, die im Kern aber falsch sind, werden trotzdem gern verbreitet.
  2. Differenziertes Hinschauen lohnt sich bevor man sich äußert.

Manufaktur-EDV

2020-12-30 23:38

Bereits vor einiger Zeit hat mich dieser Blog-Beitrag getriggert und die Argumente sind auch sehr nachvollziehbar, aber…

die Argumentation zum Ende gedacht führt auch zum Ende – der Souveränität. Standardteile baut niemand selber, die Skaleneffekte zahlen sich viel mehr aus als eine eigene Infrastruktur zu betreiben und Security-Updates sind sowieso zentral viel besser zu verwalten als in unabhängigen Instanzen. Bei aller Zustimmung kommt mir doch das Gefühl auf, dass diese Strategie dann auch in eine Konsumabhängigkeit führt. Wo am anderen Ende eine Mischung aus MacGyver und Linus Torvalds den IT-Stack in der Hand hat und auftretende Probleme auf allen Ebenen lösen kann, steht an diesem Ende der IT-Dienstleistung ein Kunde, der aus SLA-Tiern seinen Blumenstrauß an Services zusammenstellt und Tickets vermittelt. Die Problemlösungskompetenz ist definitiv auch nach außen verschoben und welche Desaster wirklich überstanden werden können, kann der CIO dann aus dem Service-Katalog seiner Dienstleister lesen.

Bottom-line: Standard einkaufen, aber verstehen, wie der Standard im Notfall ersetzt werden kann, am Besten Hot-Standby.

Finanzielle Reichweite

2020-12-29 23:48

Geschichten inspirieren ja immer ein wenig, modernerweise heißt es story-telling. Den Begriff finanzielle Reichweite habe ich intuitiv schon länger intus gehabt, dass es aber wirklich den Fachbegriff gibt, bin ich bei Isabel Garcia drübergestolpert.

Bei einer finanziellen Reichweite von 0 lebt man von der Hand in den Mund, bei einer finanziellen Reichweite von unendlich lebt man von den Zinsen. Dazwischen liegen mehr oder weniger vernünftige Lebensentwürfe und Geschäftsmodelle. Natürlich ist das Konzept sehr theoretisch, weil in der Praxis viele Komponenten sehr variabel sind, aber es trägt als komfortables Polster.

Stefan Merath erklärt im Podcast, wie er durch seine Insolvenz mit grandiosem Vorwärts-scheitern auf solidere Beine gekommen ist. Zentraler Punkt ist das Erkennen der drei Rollen: Facharbeiter, Manager und Visionär.