Wertschöpfung

2021-01-17 21:10

Wirtschaftstheorie ist bei mir dünn, aber grundlegende Mechanismen erschließe ich mir intuitiv ganz gut. Einerseits ist die Wirtschaft auf Wachstum aufgebaut. Prozesse sollen effizientere Ergebnisse liefern, Skaleneffekte zumindest die Herstellungskosten verringern und das persönliche wachsende Vermögen fürs Alter vorsorgen. Je nach Wirtschaftsraum sind die Wertschöpfungsmechanismen entsprechend verschieden und die verschiedenen Wirtschaftsarten dreschen auch aufeinander ein. Teilweise haben sie recht, aber unterm Strich sitzt man meistens in einem gemeinsamen Boot, weil die geografische Nähe längerfristig auf jeden Auswirkungen hat. Wer sich natürlich leistet aus einem nach unten abgestürzten oder nach oben explodiertem Gebiet bei Bedarf auszuziehen kann die Lage von außen betrachten.

Unser Landl ist schön (Arbeiten, wo andere Urlaub machen), sauber (viel “Ödland” hat keine dichte Besiedlung), aber auch karg (Höhe und Steilheit der landwirtschaftlichen Produktionsflächen), schwer zugänglich (Industrie hat höhere Transportkosten) und verwöhnt (das Beste ist für jeden Einzelnen gerade gut genug). Damit ist Tourismus automatisch ein Zugpferd, weil man damit automatisch Devisen reinkriegt. Alles Andere muss über die Hochqualitäts/preis-Schiene laufen um konkurrenzfähig zu sein. Bricht der Tourismus auf einmal weg, zieht das damit einiges nach und alle müssen ein wenig näher zusammenstehen und verzichten.

Souveränität

2021-01-16 23:41

Der Mensch ist ein soziales Wesen und die Souveränität ist deshalb immer relativ. Die Familienbande sind traditionell so stark, dass nur wenige andere soziale Verbünde dem das Wasser reichen können und im Normalfall dann auch auf die Familie Bezug nehmen. Damit ist die kleinste souveräne Einheit im Normalfall in der Familie zu finden. Der Säugling emanzipiert sich zwar mit der Pubertät in ein souveränes Leben, aber normalerweise bleiben doch, teilweise nicht offensichtlich wahrgenommene, Bande aufrecht. Mancher pflegt ein souveräneres Leben, der andere wird immer vom Tropf der Eltern mitgestützt. In diesem Zusammenhang spricht man von souverän gern vom erwachsen sein.

Der andere Zusammenhang, der gerade ein wenig hochkocht sind die Messenger-Dienste als Musterbeispiel von Netzwerkeffekten und Abgabe der souveränen Entscheidungsgewalt. WhatsApp gerät gerade ein wenig unter Beschuss, weil nicht so recht nachvollziehbar ist, wer den wo wirklich auf was Zugriff hat und dass die zentrale Instanz vielleicht nicht ganz so neutral unterwegs ist, dass immer die Privacy an erster Stelle steht. Generell ist bei den digitalen Geschäftsmodellen immer eine bestimmte Vorsicht geboten, weil der digitale Selbstversorger einen großen Stack zu bedienen hat und wenig von Netzwerk-Skalen-Effekten profitieren kann. Eine bewusste Entscheidung und vor Allem eine fundierte Risikoanalyse ist deshalb notwendig um zum optimalen Stack zu kommen.

Ein Auslöser zu diesem Post war der recht anschauliche Vergleich mit der Pizza: Homemade, Fertigpizza, Pizzalieferung und Ausgehen essen. Es gibt für jedes Modell bestimmte Vor- und Nachteile und bestimmte Rahmenbedingungen treiben die Entscheidung in eine bestimmte Richtung, aber wenn man seine Souveränität abgibt und beispielsweise keinen Ofen hat, fallen Homemade und Fertigpizza komplett aus.

Bottom line: Um seine Souveränität zu haben muss man seine Optionen soweit kennen und beherrschen, dass man im Notfall auch noch alle Möglichkeiten offen hat.

Melonengrün

2021-01-15 23:41

Projektstatus melonengrün. Nach außen sieht alles grün aus, aber wenn man tiefer bohrt sieht man, dass es rot ist, wie bei einer Wassermelone. Das Phänomen, dass in einer Reporting-Kette der Optimismus die Probleme zunehmend kleiner werden lässt und den Status grüner erscheinen ist breiter bekannt, wieviel die Psychologie beiträgt, wieviel die Erfahrungen mit verschiedenen bereits ähnlichen gut ausgegangen Situationen ausmacht und wieviel einfach die Fehleinschätzungen mangelnden Wissens ausmachen.

Die Lösung des Problems: Transparenz – natürlich bidirektional.

Eule und Lerche

2021-01-14 22:53

Von bequeme Aufstehzeit 9:00 nach 5:30 hat fast 10 Jahre gedauert, wieder zurück einen Herbst. Ab und zu früh aufstehen bringt den Biorhythmus dann wieder durcheinander. Zuerst brauche ich die Regelmäßigkeit, dann die passende Regelmäßigkeit und dann ausreichenden Schlaf.

Versprechen

2021-01-13 23:19

Versprechen ist ein nettes Wort, wobei ich den Kontext für nett offen lasse… Positiv konnotiert ist es ja bekanntlich schon gut, aber halt nicht komplett begeisternd, negativ konnotiert ist es die kleine Schwester von Sch….

Generell ist Versprechen ein inflationäres Wort. Wenn man mit normalen Worten nicht mehr weiterkommt, muss das Versprechen herhalten.

Formulierungen

00:07

Der Ton macht die Musik und Formulierungen bringen eine Botschaft rüber. Bereits Goethe hat dies treffend formuliert: “Ich schreibe dir einen langen Brief, weil ich keine Zeit habe, einen kurzen zu schreiben.” Im Laufe des Schreibens entwickeln sich die Gedanken und die Formulierungen werden damit dann angepasst. Im Extremfall läuft es dann auf Paul Watzlawick’s “Behalten Sie Ihren Hammer!” hinaus, im anderen Extremfall kommt sehr konzentrierte Poesie heraus oder einfach nur die Kernbotschaft.

Mit dem Ziel vor Augen am Text feilen hilft der Formulierung besser werden, durch die Formulierung an den Gedanken feilen hilft den Gedanken und der “runden Ablage unter dem Tisch”.