Silvius Magnago - Das Vermächtnis

November 27, 2007 12:20

Wer Enthüllungen oder revolutionäre neue Erkenntnisse erwartet, wird entäuscht sein, aber umgekehrt doch froh, dass er das Buch gelesen hat und dem Mythos Magnago nähergekommen ist. In Form einer Interviewsammlung zeichnet Hans Karl Peterlini das Leben des großen Südtirolers des 20. Jahrhunderts nach. Gebracht werden Interviews aus früheren Zeiten zu allen wichtigen Abschnitten der Südtirolpolitik nach dem 2. Weltkrieg. Entsprechend technisch wirkt das Buch über weite Strecken, aber gerade deshalb gibt es auch ein authentisches Bild der Institution Magnago. Die Person Magnago tritt in den Hintergrund und man kann nur durch kurze Passagen von Wegbegleitern und ein RAI-Interview im hinteren Teil des Buches einen kleinen Blick in die private Welt werfen. Aber auch dort scheint das Bild eines pflichterfüllten Lebens durch.
Müsste man das Vermächtnis Magnagos in einem Wort beschreiben: Südtirolautonomie. Er hat sein Leben unter dieses eine Ziel gestellt und ist 50 Jahre lang keinen Zentimeter davon abgewichen. Das Buch passt deshalb wunderbar in das Schema der Legenden, die sich um verdiente Männer in der Geschichte ranken.

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