Eine Runde Sache aus dem Vinschgau

August 6, 2007 17:29

Kaiserwetter und eine lustige Gruppe waren Hauptzutaten dieser sonntäglichen Radtour in einen weniger attraktiven Winkel unseres Landes. Der Tourverlauf grob umschrieben: Mit dem Auto bis Meran, weiter mit dem Zug bis Mals und von dort mit dem Rad über die Passhöhe am Reschen zurück nach Meran.

Am Bahnhof Meran hat man schon einen Eindruck davon bekommen, dass der Vinschgau eine Radregion ist. Neben den Flyern fürs Vinschgerrad, und zahlreichen Leuten in Radleroutfit, hat man auch schon die Logistik erahnt, die hinter dem Zirkus steht. Riesige PKW-Anhänger transportieren die Räder nach oben und die Leute fahren mit dem Zug nebenher. Die Fahrt mit der Vinschgerbahn kann man wegen der relativ lauten Dieselmotoren und der harten Bestuhlung als zweitklassig bezeichnen, den Service am Radverleih in Mals dann aber als erstklassig. Man hat die Auswahl zwischen vier Radtypen (Kinder-Mtb, Mountain-Bike, City-Bike und Trekking-Bike) und jeder Menge Zubehör (Helm gratis, der Rest aufpreispflichtig). Ich habe mich für das Trekking-Rad entschieden, die anderen für das Mountain Bike.

Für den Anstieg haben wir uns die Route über Ulten und Alsack ausgesucht. Die Steigung (bis zu 15%) ist zwar teilweise nicht von schlechten Eltern und ich habe die Vorzüge meiner 8-Gang-Schaltung auf dem Trekking-Rad voll auskosten können, aber dafür hat uns der berüchtigte Vinschgerwind fast verschont. Der weiteren Beschilderung folgend haben wir dann in St.Valentin gesehen, dass es noch einen anderen Radweg gibt, den wir auf der Rückfahrt nach der Umrundung des Reschensees eingeschlagen haben.

Bis Glurns geht es in sehr rasanter Abfahrt (bis zu 19%) hinab und man lernt die guten Bremsen schätzen. Ständig der Beschilderung folgend haben wir bei Spondinig einen Umweg über Prad gemacht. Der hintere Teil der Gruppe hat den direkteren Weg über die Hauptstrasse gewählt und uns damit überholt. Man begegnet ab hier keiner längeren Steigung mehr, aber bei Schlanders einer längeren Gefällestrecke auf ruppiger Schotterpiste. Ab Latsch (??) geht es dann parallel zur Etsch und zur Vinschgerbahn weiter bis zur Töll, aber leider reicht das Gefälle nicht aus, das Rad in angenehmer Geschwindigkeit rollen zu lassen. Bei der Töll angekommen, wird man bis Algund auf die alte Landstrasse gelotst und dort dann wieder auf einen Umweg. Auf der Höhe des Braugarten Forst fährt man auf den bis dort ausgebauten Radweg auf und entlang der Etsch und MeBo in einem Bogen zurück zum Bahnhof.

Fazit fürs nächste Mal: Keine Mountain-Bikes mehr ausleihen, die Schleife bei Prad umfahren und Strecken mit grossem Gefälle nicht auf dem Hauptradweg aufwärts fahren, aber alles in allem waren es nette 100 km ohne Angst, von einem Auto mitgenommen zu werden

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